5. Sächsischer Fachtag Freiwilligendienste am 5. Dezember 2022

"Freiwilligendienste in herausfordernden Zeiten"

In den vergangenen Jahren ist in den Freiwilligendiensten viel geschehen. In Folge der Corona-Pandemie konnte Bildungsarbeit nicht wie gewohnt stattfinden. Es mussten beispielsweise neue Wege gefunden werden, Freiwillige in digitaler Form pädagogisch zu begleiten. Häufig konnte zudem der Einsatz Freiwilligendienstleistender vor Ort nicht in der eigentlich beabsichtigten Form erfolgen, da in den Einsatzstellen oftmals kein „reguläres Alltagsgeschäft“ stattfinden konnte. Die Folgen der Corona-Pandemie spürten daher die Freiwilligen, deren erwachsene Begleiter und die Betreuenden in den Einsatzstellen. Hinzugekommen sind außerdem durch Krieg, Klimakrise und Inflation diverse Befürchtungen, die die Zukunft betreffen. Es sind wahrlich herausfordernde Zeiten (nicht nur) im Freiwilligendienst!

Zum sächsischen Fachtag für Freiwilligendienste wollen wir miteinander ins Gespräch kommen, diskutieren und uns austauschen und natürlich auch für den Alltag stärken. Wie erleben die Pädagoginnen und Pädagogen den IST-Stand in den sächsischen Freiwilligendiensten? Was hat sich durch die multiplen Krisen für die Freiwilligendienste verändert? Welche Themen stehen in den Freiwilligendiensten aktuell oben an und sollten gerade besonders intensiv bearbeitet werden?

Der Fachtag fand im Penck Hotel Dresden statt.

Tagungsverlauf

Ab 09.30 Uhr Ankommen / Anmeldung
10.00 Uhr Begrüßung durch Fachstelle und LAG
10:15 Uhr

Impuls I "Vom ersten Lock-Down bis heute: Auswirkungen der corona-Pandemie auf junge Menschen" mit anschließendem Erfahrungsautausch (Prof. Dr. Gunda Voigts)

Impuls II "Kernherausforderungen junger Menschen heute" (Prof. Wolfgang Schröer)

12:30 Uhr Mittagspause, Zeit für Gespräche
13:30 Uhr

Vier Fachforen (inkl. Kaffeepause)

  1. Inklusion im Freiwilligendienst
  2. Selbstfürsorge – Gesundbleiben in herausfordernden Zeiten: Stressbewältigung im Alltag von Pädagoginnen und Pädagogen
  3. BNE – Zugänge und Methoden in der Bildungsarbeit
  4. Zirkeltraining Politische Bildung - Niedrigschwellige, aktivierende und beteiligungsorientierte Zugänge zu gesellschaftspolitischen Fragen
 
16:00 Uhr Darstellung der Ergebnisse aus den Diskussionen in den Fachforen
16:30 Uhr Tagungsende

Vorträge

Vortrag: Prof. Dr. Gunda Voigts (Professorin für Grundlagen der Wissenschaft und Theorien Sozialer Arbeit und Theorie und Praxis der (offenen) Kinder- und Jugendarbeit  an der HAW Hamburg)

Lehrgebiete/Lehrfächer

  • Theorien und Methoden Sozialer Arbeit
  • Kinder- und Jugendhilfe, Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit
  • Kinder- und Jugendforschung
  • Inklusion, Teilhabe, Partizipation, Ganztagsbildung
  • Folgen der Corona-Pandemie für junge Menschen und die Kinder- und Jugendhilfe

Schwerpunktthemen/Kernkompetenzen

  • Kinder- und Jugendarbeit: Offene Einrichtungen, Jugendverbände, Jugendsozialarbeit
  • Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kinder und Jugendliche und die Kinder- und Jugendhilfe
  • Kinder- und Jugendforschung
  • Partizipation von jungen Menschen
  • Inklusion in der Kinder- und Jugendhilfe, Zusammenarbeit mit der Behindertenhilfe
  • Inklusion und Kinderschutz als Auftrag der Kinder- und Jugendarbeit
  • Zusammenarbeit von Ganztagsschulen und außerschulischen Bildungsakteuren
  • Lebenslagen und Kernherausforderungen des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen

Vortrag: Prof. Dr. Wolfgang Schröer (Professor für Sozialpädagogik an der Universität Hildesheim)

Arbeitsschwerpunkte in Forschung und Lehre     

  • Kinder- und Jugendhilfe
  • Soziale Dienste und Sozialpolitik
  • Transnationale Soziale Arbeit
  • Care in der Lebensspanne
  • Migrationsforschung

Wissenschaftlicher Werdegang

  • 1987-1993; Studium der Diplom-Pädagogik; Fachrichtung: Sozialpädagogik und Sozialarbeit an der Freien Universität Berlin
  • 1993-1998; wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozialpädagogik, Sozialarbeit und Wohlfahrtswissenschaften der Technischen Universität Dresden
  • 1998-2002; wissenschaftlicher Assistent am oben genannten Institut der Technischen Universität Dresden
  • Februar 1998; Dr. phil.; Dissertation: „Ganze Menschen. Sozialpädagogische Versuche ...“ Die Sozialpädagogikdebatte im ‚Kampf um Herbart’ (1888-1905); Gesamtprädikat: summa cum laude
  • 2002-2004; Juniorprofessor für Sozialpädagogik und soziale Transformation ebenfalls an der TU Dresden
  • seit 2004; Professor für Sozialpädagogik (W3) am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Stiftung Universität Hildesheim
  • seit 2008; Sprecher des DFG-Graduiertenkolleg 1474 Transnationale Soziale Unterstützung
  • seit 2010; geschäftsführender Direktor des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim

Fachforen

Input/Moderation:
Frau Wolf-Dechandt (Diakonisches Werk Sachsen e.V.), Frau Reger (EUTB Stadt AG - Aktives Netzwerk für ein inklusives Leben in Dresden e.V.)

Inhalt:
Die inklusive Öffnung der Freiwilligendienste ist vielen Trägern ein wichtiges Anliegen. Die richtige Passung zwischen Einsatzstelle und Freiwilligendienstleistenden zu finden, ist wesentliche Voraussetzung für das Gelingen des Freiwilligendienstes. Um Inklusion zu ermöglichen, müssen die Bedarfe der Freiwilligen sowie der Einsatzstellen besprochen und abgestimmt werden. Oft gilt es im Vorfeld des Einsatzes, externe Hilfen oder besondere Hilfsmittel zu organisieren. Wer die dafür anfallenden Kosten trägt, ist eine immer wiederkehrende Frage. Möglichkeiten der Unterstützung und Beratung für die Träger gibt es zwar – aber nicht alle wissen davon, weil Inklusion im Freiwilligendienst eben noch Neuland ist. Einen Austausch darüber sowie zu weiterführenden Fragen bietet das Fachforum Inklusion im Freiwilligendienst.

Aus Sicht eines Freiwilligendienstträgers wird uns Frau Wolf-Dechandt (Diakonie Sachsen) an ihren Erfahrungen teilhaben lassen. Außerdem wird Frau Reger von der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung Dresden (EUTB) einen Einblick in mögliche Unterstützungsleistungen, und wie man an diese gelangt, geben. Geplant ist weiterhin, dass uns ein Freiwilligendienstleistender aus dem inklusiven Freiwilligendienst, sein Assistent sowie eine Vertretung aus der dazugehörigen FSJ-Einsatzstelle von ihrem persönlichen Erleben erzählen.

PPP EUTB - Beratung auf Augenhöhe

Trägerinformation zur Teilhabe von behinderten jungen Menschen an Freiwilligendiensten in Sachsen

Kurzvorstellung der Koordinierungsstelle Inklusion und Diversität
 

 

Input und Arbeitsphase:
Christin Wegener (Kommunikationspsychologin)

Inhalt:
Die Anforderungen an Arbeit, die sich im Zuge der Corona-Pandemie drastisch verändert haben, wirken sich bei vielen Beschäftigten im sozialen Bereich zunehmend in Form von psychischer Überlastung und einem erhöhten Stressempfinden aus. In diesem Workshop wollen wir den Blick darauf richten, was genau zu diesen Folgen führt und warum sie sich so verschieden bei jeder Person bemerkbar machen. Anschließend werden wir uns mit dem Konzept der Resilienz, also psychischer Widerstandsfähigkeit beschäftigen. Hierbei gilt es, konkrete Ideen für den Arbeitsalltag zu entwickeln, um aktiv gegen Ihre Stressauslöser vorzugehen.

Arbeitsblätter aus dem Workshop:

Input und Arbeitsphase:
Albrecht Handke (SMK) und Juliane Pohlack, (Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt)
Fabian Kursawe (mohio)

Inhalt:
Bildung für nachhaltige Entwicklung heißt, allen Menschen der Gesellschaft Bildungschancen zu eröffnen, damit sie sich Wissen, Kompetenzen und Werte aneignen sowie Verhaltensweisen und Lebensstile erlernen. BNE ermöglicht Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln sowie lebenslanges Lernen in allen Bildungsbereichen. In Sachsen wurde 2019 die Sächsische Landesstrategie für nachhaltige Entwicklung (LS BNE) entwickelt, um BNE systematisch und strukturell in der sächsischen Bildungslandschaft zu verankern. Die Freiwilligendienste in Sachsen bieten dafür ein großes Potential, insbesondere in der Bildungsarbeit der Träger. BNE ist dabei als Querschnittsaufgabe bereits in vielen Bildungskonzepten verankert. Das Fachforum dient dazu, Informationen zur aktuellen Umsetzung der LS BNE zu bekommen und sich mit den didaktischen und inhaltlichen Dimensionen auseinander zu setzen. Dass Fachforum bietet Raum für den Austausch zu praktischen Erfahrungen und gibt Anregungen zu nutzbaren Methoden, Formaten und Bildungspartnern.

 

Impulse:
Agnes Scharnetzky und David Jugel, John-Dewey-Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie, kurz JoDDiD

Inhalt:
Politische Bildung und Demokratiebildung in der Begegnung mit jungen Menschen führen oft zu spannenden Diskussionen, können aber auch sehr herausfordernd sein: Was ist meine Rolle und meine Haltung als Pädagogin bzw. Pädagoge? Was ist zulässig und was geht zu weit? Wie komme ich überhaupt zu politischen Fragen ins Gespräch? Wie initiiere ich Zugänge zu politischen Lerngelegenheiten niedrigschwellig und aktivierend?

Unter Anleitung probieren Sie in diesem Panel unterschiedliche Methoden der JoDDiD in einem Zirkeltraining aus und kommen gemeinsam zu gesellschaftspolitischen Fragen in den Austausch.