Vom 17.11. bis 19.11. 2017 fand erneut ein Treffen statt, auf dem wir drei Landessprecher noch mehr engagierte Leute kennenlernen durften. Die 4 Stunden Anfahrt für dieses Wochenende in Hannover haben sich definitiv gelohnt, denn dort stand die Bundesdelegiertenkonferenz an. Wir hatten schon viel von der sogenannten „BDK“ von den ehemaligen Landessprechern gehört. Eigene Wahlverordnung, basis-demokratisches Konzept, Wahlen bis 01.00 Uhr nachts. Alles Ausdrücke, über die wir uns schon Tage vorher den Kopf zerbrochen haben und gespannt darauf warteten, endlich zu erfahren, was es damit auf sich hatte.

Nach und nach trudelten alle Landessprecher aus ganz Deutschland am Freitag zwischen 11.00 Uhr und 14.30 Uhr im Naturfreundehaus Hannover ein. Sofort wurden wir herzlich von den ehemaligen Bundessprechern und Christian und Ulli, unseren Betreuern, begrüßt. Der Seminarraum füllte und füllte sich, viel mehr Menschen als erwartet kamen dazu, bis wir insgesamt 41 Landessprecher zählten. Bevor irgendetwas losging, natürlich das Wichtigste: Mittagessen. Der erste Eindruck zählt, meint man ja immer so schön, und das Essen war echt fantastisch. Und das sollte sich das Wochenende über auch nicht ändern. Die Küche hielt unsere Mägen  – und damit auch uns – mit vegetarischen und veganen Gerichten bei Laune. Nachdem wir schnell die Zimmer eingeteilt und bezogen hatten, konnten wir 15.30 Uhr endlich richtig beginnen. Natürlich mussten wir uns alle erst einmal kennenlernen. Wir starteten mit ein paar interaktiven Spielen, die auch recht schnell das Eis zwischen uns noch fremden Landessprechern aus ganz Deutschland brachen. Nach einer Kuchenpause lernten wir im FÖJ-Bundesländerpanorama mehr über die einzelnen Bundesländer und deren Landessprecher. Mit wohl gefülltem Magen erzählten uns die ehemaligen Bundessprecher nach dem Abendessen noch etwas über unsere Aufgabe als Bindeglied zwischen Bundes- und Landesebene und unsere Kommunikation auf Bundesebene. Erste Entscheidungen standen an, was ziemlich aufregend und langwierig war, vor allem, weil wirklich alles ausdiskutiert und demokratisch entschieden wurde. 22.30 Uhr war der offizielle Teil des ersten Tages dann beendet. Letzter Programmpunkt: PARTYzipation. Noch während wir beisammen saßen und diskutierten, waren Christian und Ulli losgefahren, um unsere Einkaufswünsche für den Abend zu besorgen. Bei ein paar Bierchen und Wein lernten wir uns noch besser kennen und feierten ausgelassen den ersten Abend der BDK.

Auch der nächste Tag war voll durchgeplant. Nachdem sich alle mehr oder weniger aus dem Bett bequemt hatten und wir unsere Kreisläufe mit einem WUP wieder in Schwung gebracht hatten, stand einer der wichtigsten Punkte von diesem Wochenende an: die Bildung der Arbeitskreise. Nachdem uns die Ehemaligen ihre Arbeitskreise vorgestellt hatten und all unsere Vorschläge für mögliche Arbeitskreise an die Wand gepinnt und kurz erläutert wurden, startete eine lang andauernde Diskussion darüber, welche Arbeitskreise wir in die nächste Runde lassen wollen.  Da das ganze Diskutieren und Abstimmen noch mehr oder weniger Neuland für uns war, verzettelten wir uns anfangs etwas. Doch mit ein paar Ratschlägen der Ehemaligen schafften wir es bald, über jeden Vorschlag abzustimmen und in die zweite Phase der Arbeitskreisbildung überzugehen.  Jeder von uns ordnete sich unverbindlich einem Arbeitskreis zu, den er / sie interessant fand. Erste kleinere Gruppen bildeten sich, die anschließend die Ziele, Themen und Zusammenarbeit der jeweiligen Arbeitskreise besprachen. Sobald das getan war, stellte jede Gruppe ihre Ergebnisse vor. Nach jeder Vorstellung stimmten wir ab, ob wir diesen Arbeitskreis übernehmen möchten. Auch hier fanden wieder lange Diskussionen statt, doch letztendlich konnten wir uns auf 9 Arbeitskreise einigen. Nachdem diese standen, ordneten wir uns alle einem oder mehreren zu, und ein feierliches Gründungsfoto wurde geschossen. Damit war ein großes Unterfangen der BDK erledigt, doch ein noch größeres folgte kurz darauf: die Bundessprecherwahl.

Beim Abendessen war schon Sarah, eine ehemalige FÖJlerin, zu uns gestoßen. Sie wurde  anschließend von Dirk und den ehemaligen Bundessprechern mit dem ersten „FÖJ-Engagementpreis“ ausgezeichnet, weil sie sich im letzten Jahrgang sehr stark für das FÖJ eingebracht hat, unter anderem für den Bundesaktionstag.

Danach erzählten die alten Bundessprecher noch einiges über das Amt und wir hatten die Chance, noch einmal alle Fragen, die uns auf der Seele brannten, zu stellen. Gegen 21 Uhr ging dann die Bundessprecherwahl  damit los, dass wir unsere Wahlverordnung festlegen sollten.

Auf Grund der fortgeschrittenen Stunde zeigten uns die ehemaligen Bundessprecher ihre Wahlverordnung vom letzten Jahr, die sie in ihrer ersten BDK mit den Landessprechern in mühevoller demokratischer Arbeit erstellt hatten. Sie bestand aus einigen Leitfragen und den dazugehörigen Antworten, die die letzte BDK dazu abgestimmt hatte. Zum Beispiel musste als allererstes festgelegt werden, wie man über die einzelnen Punkte der Wahlverordnung abstimmt. Wir entschieden uns für dasselbe Prinzip wie der letzte Jahrgang, nämlich zwei Drittel Mehrheit mit Vetorecht. Und mit diesem Prinzip konnten wir dann über die anderen Punkte, wie z.B. was bei einer Stichwahl passiert, wie und wann Wahlreden gehalten werden, oder wann der Kandidat die Wahl annehmen muss, abstimmen.

Das Ganze dauerte auf Grund unserer sehr diskussionsfreudigen Gruppe bis Mitternacht, bis unsere finale Wahlverordnung endlich stand, welche allerdings basisdemokratisch erstellt wurde, sodass jeder damit zufrieden war.

Da es nun schon so spät  und das Abendessen schon ein wenig her war, überlegten nun einige, sich Pizza zu bestellen, doch leider war die Pause dafür zu kurz, aber wir haben es am Ende auch ohne überlebt. 😀

Nun konnte die eigentliche Wahl starten. Den ganzen Abend über gab es eine Kandidatenliste, auf der man Leute als Bundessprecher vorschlagen konnte. Am Ende waren es über 20 Namen auf der Liste. Diese wurde dann zuerst ausgewertet, indem diejenigen gefragt wurden, ob sie sich überhaupt zur Wahl stellen wollen. Dabei wollten allerdings nicht alle. Am Ende hatten wir eine Liste mit 13 Kandidaten, die zur Wahl standen. Dann ging es so richtig los. Zuerst standen die Wahlreden von den einzelnen Kandidaten auf dem Programm. Anschließend fand die erste Fragerunde an die Kandidaten statt, in der sie nacheinander mit mehr oder weniger ernsten Fragen bombardiert und gelöchert wurden.

Daraufhin bekam jeder Landessprecher einen Zettel, auf den er einen Namen schreiben konnte. Die Zettel wurden vom Wahlkomitee, welches die alten Bundessprecher waren, ausgewertet und dann wurde schon der erste Bundessprecher bekannt gegeben – es war Patrick J. So ging es immer weiter…Fragerunde, dann Stimmzettel mit Auswertung. Letztendlich um 3 Uhr morgens waren dann unsere fünf neuen Bundessprecher Anne, Patrick,  Jannick,  Debbie und Laura gewählt. Die meisten von uns fielen angesichts des schon vorhandenen Schlafdefizits von gestern sofort ins Bett, aber einige konnten es sich nicht nehmen lassen  noch die Wahl zu feiern.

Am Sonntagmorgen waren wir dann alle dementsprechend müde. Dennoch schafften wir es, nach dem  obligatorischen, aber dringend notwendigen Warm-up, ein ziemlich motiviertes Gruppenfoto zu schießen.

Mehr oder weniger munter folgten wir dann die Vorstellung des FÖJ AKTIV e.V. durch den Vereinsvorstand. Wer wollte, konnte dann auch bei der Mitgliederversammlung  teilnehmen, die nach der BDK im Naturfreundehaus  stattfand.

Danach hatten wir noch Zeit in unseren gestern aufgestellten AKs zu arbeiten und nachdem wir dann alle erste Pläne in unseren AKs geschmiedet  und Kontakte ausgetauscht hatten, hieß es dann schon Abschied nehmen. Zum Glück sehen wir uns alle mindestens noch einmal wieder, nämlich zur nächsten BDK im März, welcher wir jetzt schon mit Freude entgegenblicken.

Text und Fotos: Marie und Xenia

Die erste BDK – Bundesdelegiertenkonferenz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.