Der Eingangsbereich war leer gefegt bis aufs letzte Blatt. Mit den schweren Eisentoren offenstehend, wurden wir vom König der Tiere bereits erwartet. Vereinzelt schlenderten die Gäste durch das Maul des Löwen zur ersten Quest des Tages und rüsteten sich für … Ja, für was überhaupt? Mit Wegbeschreibung und ein wenig Verpflegung startete eine Expedition, welche mit viel Spannung erwartet wurde.

Für das zweite Seminar, vom 12.- 16. November 2018 unter der Trägerschaft des „IAJ“, hat sich das engagierte Vorbereitungsteam für einen Tag ein ganz besonderes Ausflugsziel einfallen lassen. Es ging nirgends sonst hin, als in den Leipziger Zoo.

Zu Beginn wurde unser enthusiastisches Vordringen von einem zwar verzögerten, aber umso informativeren Vortrag ausgebremst. Der Artenschutzbeauftragte Herr Oberwemmer ließ unsere Gesichter zunächst gelangweilt dreinblicken – es war ein relativ zäher Start. Kurze Zeit später sah man jedoch im Saal aktive Zuhörer, die sich den Vortrag interessiert anhörten. Es war schön, einmal etwas davon zu hören, was das Zoo-Team im Hintergrund noch alles so managte. Mir war vorher nicht bewusst, wie viele Artenschutzprojekte der Leipziger Zoo weltweit unterstützt. Beispielsweise wird sich für den winzigen Nasenfrosch, der auch als Darwinfrosch bekannt ist, eingesetzt, welcher in den chilenischen Wäldern beheimatet ist. Des weiteren wurde über eine Affenart aufgeklärt, die nur auf der indonesischen Insel Sulawesi lebt. Natürlich sorgt man sich um die Lage vor Ort. Tatsächlich reiste Herr Oberwemmer noch am selben Tag nach Äthiopien. Um mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, ist dem Team des Leipziger Zoos natürlich kein Weg zu weit.

Man kann sich sehr viele Dinge schön reden. So zum Beispiel auch, dass es eine gute Sache ist, Lebewesen einzusperren. Wir hätten ja kein ideenreiches Vorbereitungsteam gehabt, wenn sie sich nicht für den Zooaufenthalt eine kleine Aufgabe überlegt hätten, die genau das beschreibt. Die Aufgabe war die simpelste der Woche. Jeder sollte ein Foto knipsen, sich ein Motiv suchen, indem er Tier- beziehungsweise Artenschutz vermisst. Das konnte sich in einem zu kleinen Gehege äußern oder in der Verhaltensweise der Tiere.

Das Ergebnis war mitunter erschreckend. Ich glaube, ich war nie zuvor im Zoo so kritisch unterwegs gewesen. Man suchte geradezu nach Mängeln und war schon fast frustriert, wenn man keine gefunden hatte. Ein paar wenige Stationen wollte unser kleines Grüppchen aus drei Personen keinesfalls auslassen. Natürlich hegte man für das eine oder andere Tier so seine Sympathien. Folglich dessen besuchten wir die Zwerg- und Riesenotter, sowie die Tüpfelhyänen. Da spielte man schon mal mit dem Gedanke, die ein oder andere Patenschaft aufzunehmen. Für mich war der Besuch im Aquarium ein absolutes Must-have. Das ich mein Foto dort schießen würde, stand ohnehin längst fest … Damit man einem Meeresbewohner den größten Lebensraum der Erde streitig beziehungsweise erhabenen und mächtigen Reptilien Vorschriften macht, ist für mich milde ausgedrückt einfach ekelhaft.

Es war der Blick für das Notwendige, der uns an diesem Tag beschattet hat. Der Blick für das, was jedes Lebewesen verdient.

Danke an das Vorbereitungsteam, was ganze Arbeit geleistet hat. Ich hoffe, dass an dieser Vorlage angeknüpft werden kann.

Haut rein und bleibt Engagiert dabei!

Der Blick für das Notwendige
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