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4. Sächsischer Fachtag Freiwilligendienste zum Thema "Sehen und gesehen werden - Öffentlichkeitsarbeit und Haltung in den Freiwilligendiensten"

Achtung: Aufgrund der aktuellen Corona-Situation müssen wir den für den 20.04.2020 geplanten Fachtag leider verschieben. Neuer Termin ist der 07.12.2020. Bitte merken Sie sich das Datum vor. Inhalt und Ablauf werden voraussichtlich analog der geplanten Veranstaltung stattfinden.

Sehen und gesehen werden Öffentlichkeitsarbeit und Haltung in den Freiwilligendiensten

Wie können Freiwilligendienste noch besser wahrgenommen werden? Wieviel Verantwortung und welchen Auftrag haben die Träger für die demokratischen Herausforderungen unserer Gesellschaft? Diesen Fragen widmet sich der zweigeteilte Fachtag als Auftakt der diesjährigen Landesaktionswoche (LAW) der sächsischen Freiwilligendienste.

Aufmerksamkeit erzeugen, die Freiwilligendienste noch besser und nachhaltiger in den gesellschaftlichen Fokus und ins Gespräch bringen, Ideen für Aktionen, Produkte und Kampagnen entwickelten – damit beschäftigt der sich der erste Teil in Form einer Werkstatt am Vormittag. Passend zur LAW werden praxiserprobte Ideen und Strategien der Öffentlichkeitsarbeit vorgestellt, die mit einfachen Mitteln Wirkungen entfalten und den Dialog anregen.

Pädagogische Arbeit mit jungen und älteren Freiwilligen verlangt Haltung. Die aktuellen gesellschaftlichen Dynamiken finden sich auf unterschiedliche Art auch in Gruppen von Freiwilligen wieder. Heterogene Meinungen werden sichtbarer, die Grenzen des in einer demokratischen Gesellschaft Sagbaren haben sich verschoben. Teilweise treffen dabei politische Welten aufeinander, welche einerseits für demokratische Werte und gegen Diskriminierung einstehen, andererseits autoritäre und populistische Positionen vertreten. Dies bringt Konflikte in die Gruppenbezüge, die eine Auseinandersetzung höchst herausfordernd gestalten und der sich einige Freiwillige teilweise verweigern oder ganz entziehen.

Im Nachmittagsforum werden verschiedene Perspektiven vorgestellt, welche im Sinne eines erweiterten Verständnisses von politischer Bildung und Demokratie-Lernen Möglichkeiten anbieten, diese Dynamiken aufzunehmen und potentiell neue Räume für Auseinandersetzungen zu ermöglichen.

Parallel zum Forum am Nachmittag findet von 13:30 - 16:45 Uhr ein weiterführender Workshop zur Öffentlichkeitsarbeit mit Herrn Nafroth statt. Im Workshop können die Themen des Vormittags vertieft werden und Ideen und Aktionen konkrete Gestalt annehmen. Ein Wechsel zwischen Input, Nachbargesprächen, Übungen und Liveteil. Der Workshop ist auf 25 Teilnehmer*innen begrenzt.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Ihre Fachstelle Freiwilligendienste

Tagungsverlauf

Ab 09.00 Uhr Ankommen / Anmeldung
10.00 Uhr Begrüßung durch Fachstelle und LAG
10:10 Uhr Grußwort des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt
10:25 Uhr Einstieg in  Werkstattvormittag mit Wolfgang Nafroth, nafroth.com pr+kommunikationsberatung
10:30 Uhr

"Öffentlichkeitsarbeit  - clever und mit weniger Aufwand kommunizieren"
Gemeinsam soll folgenden Fragen nachgegangen werden:

  • Wie wirken Medien lokal und regional?
  • Welche Alternativen für größere Reichweiten gibt es?
  • Was ist denkbar rund um öffentliche Präsentationen?
  • Wie könnten eigene Medienideen und Aktionen aussehen, die alle lesen,
    worüber man spricht, was man gern weiterleitet?
  • Was ist strategisch wichtig, wenn man eine nachhaltige Wirkung haben will?
 
12:30 Uhr Mittagspause, Zeit für Gespräche
13:30 Uhr Forum "Alltagserfahrungen und Arbeit an demokratischen Haltungen" - gemeinsamer Einstieg
13:45 Uhr

Drei Kurzimpulse

1. "Lebenswelterzählungen junger Menschen im Fokus" Kai Dietrich (AGJF Sachsen)
2. "Erfahrungsstrukturierung und demokratische Haltungen" Kai Nolde (Hochschule Esslingen)
3. "Lokalräumliche Dynamiken und demokratische Netzwerke" Angela Klier (Kompetenzzentrum für Gemeinwesenarbeit und Engagement e.V.)

14:30 Uhr Nachfragen und Diskussionen
14:45 Uhr

Thematische Weiterarbeit in drei Diskussionspanels und zwei Runden

Runde 1
1. Erfahrungen aus der Beratung von Jugendarbeiter*innen in der Arbeit an Ablehnungshaltungen
(Kai Dietrich, AGJF Sachsen)
2. Qualifizierungsanforderungen an pädagogische Fachkräfte in der demokratischen Bildung
(Kai Nolde, Hochschule Esslingen)
3. Arbeit mit der Zivilgesellschaft und demokratischen Netzwerken vor Ort
(Angela Klier, Kompetenzzentrum für Gemeinwesenarbeit und Engagement e.V., Aue)

15:30 Uhr Kaffeepause
16:00 Uhr Runde 2 - Wechsel zwischen den Panels
13:30 - 16:45 Uhr Weiterführender Workshop zur Öffentlichkeitsarbeit mit Herrn Nafroth (parallel zum Forum)
16:45 Uhr Zusammenführung und Rückmeldungen aus den Panels und dem Workshop
17:15 Uhr Tagungsende

Öffentlichkeitsarbeit - clever und mit weniger Aufwand kommunizieren

Profil:

Bekannt wurde Wolfgang Nafroth durch die Entwicklung von Ideen zu einer Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnengestaltung mit geringsten Finanz-, Zeit-, Personallressourcen, durch Konzepte zur Stärkung der überregionalen Kampagnen- und Strategiefähigkeit von Organisationen mit allen ihren Untergliederungen.

Er berät heute Gewerkschaften, Ministerien, Kommunen, NGOs, Parteien, Betreibs- und Personalräte, Kirchen und Wohlfahrtsverbände, begleitet Kampagnen und Durchsetzungsstrategien in verschiedensten Ländern Europas.

 

Hintergrund:

Prägend für die Entwicklung dieser Ideen war sicherlich die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Problemstellungen der Erwachsenenbildung zu Fragen der Bedeutung von Alltagstheorien für Kommunikation und für das Lernen aus Erfahrung, mehr aber sicherlich noch das längjährige lokale und überregionale Engagement in der Politik. Erfahrungen als Landesjugendsekretär der Landesschülervertretung NRW, als Kommunalpolitiker in einer Großstadt, mit Parteifunktionen auf allen Ebenen, ermöglichten einen Einblick in die Probleme wirksamer Interessenvertretung.

Die berufliche Erfahrung als hauptamtlicher pädagogischer Dozent einer Bildungsstätte, Geschäftsführer eines Bildungsträgers, Mitarbeiter des Deutschen Bundestages und viele Jahre freiberufliche Tätigkeit in der Erwachsenenbildung rundeten dieses Bild ab. Seit mehr als 25 Jahren leitet er das Team der Politikberatungsagentur nafroth.com und ist beteiligt an der Firma "aktionsideen.com", die fertige Aktionen für den direkten Einsatz vor Ort erstellt.

Alltagserfahrungen und Arbeit an demokratischen Haltungen

Angela Klier ist Koordinatorin und Vorstandsvorsitzende des Kompetenzzentrum für Gemeinwesenarbeit und Engagement e.V. mit Sitz in Aue. Sie ist u.a. tätig in der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie Olbernhau und Umlandgemeinden und dort Anlaufstelle für Projektträgerinnen und –träger sowie Akteurinnen und Akteure der Förderregion. Daneben ist sie seit Jahren in vielen verschiedenen zivilgesellschaftlichen Projekten und Initiativen im Erzgebirge und darüber hinaus aktiv. Außerdem ist sie Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft „Vielfalt“.

Kai Nolde ist Soziologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Esslingen. Derzeit arbeitet er im Projekt „Wendezeit“ zur Fragestellung, wie und warum junge Männer und Frauen in sogenannte islamistische Denkweisen und Gruppierungen einsteigen, wie sie wieder Abstand davon gewinnen. Daneben arbeitete er in unterschiedlichen Projekten zu Pauschalisierenden Ablehnungskonstruktionen. Mit Prof. Kurt Möller und Kollegen gab er die Studie „ ‚Die kann ich nicht ab!‘ Ablehnung, Diskriminierung und Gewalt bei Jugendlichen in der Post-Migrationsgesellschaft.“ heraus.

Kai Dietrich ist Projektkoordinator im Arbeitsbereich MUT – Fortbildung, Beratung, Strategieentwicklung bei der Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Sachsen e.V. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Fortbildungen und Beratungen von Fachkräften der Jugendarbeit zu den Themen Demokratiebildung, Neonazismus und Rassismus mit Fokus auf Geschlechterreflexion und Alltagserfahrungen junger Menschen.