Aktuelles

Freiwillige des Herbie e.V. beim Hospiz Verein in Leipzig 29.04.2014, Kategorie: Aktuelles für Interessenten, Aktuelles für Freiwillige

Wandel durchlaufen…

Es ist ein Thema, was uns ausnahmslos betrifft - man könnte schon fast von einem „alltäglichen Phänomen“ sprechen. Doch die wenigsten beschäftigen sich mit dem Tod und der Verarbeitung von Trauer, bevor sie damit direkt konfrontiert werden.

Wir, eine Gruppe von FSJ'lern, haben am Dienstag, den 11.03.2014 im Hospiz Verein in Leipzig die Chance bekommen, uns über die vielfältige Hospizarbeit zu informieren. Sie umfasst die Begleitung von Sterbenden sowie deren Angehörigen und reicht bis zum Angebot, in Schulen Projekttage zum Thema anzubieten.

Frau Schwennicke, die Hospizvereinsmitarbeiterin, erwartete uns um 8:30 Uhr in einem hellen, einladenden Raum, den jeder von uns mit unterschiedlichen Gefühlen betrat. Aber ob positiv oder eher angstvoll auf das Kommende blickend, interessiert waren alle. In den nächsten zwei Stunden konnten wir uns allerdings nicht nur Wissen zur Arbeit des Hospizes und zu verschiedensten Aspekten der Trauerverarbeitung aneignen, sondern haben auch einen Wandel unserer Gefühle durchlaufen.

Einer der wichtigsten Punkte, die uns Frau Schwennicke während unserer Gesprächsrunde mit ihrer beruhigenden Stimme nahe brachte, war die „heilende Wirkung“ des Miteinander-Redens. Und genau das taten wir. Wir hörten zu, stellten Fragen und bekamen ehrliche, zufriedenstellende Antworten - meist untermalt mit eigenen, oft amüsanten Erfahrungen, die Frau Schwennicke über die vielen Jahre ihrer Arbeit sammeln konnte.

Der Tod trifft jeden - er macht keinen Unterschied zwischen alt oder jung, reich oder arm. Jeder von uns wird eines Tages mit dem Tod konfrontiert- als selbst Betroffener oder Angehöriger eines Sterbenden. Man sollte absolut ehrlich zu sich und seinen Mitmenschen sein, denn um diese Problematik herum zu schiffen, hat auf lange Sicht keinen Sinn. Dabei gäbe es beim Umgang mit dem Thema Tod niemals ein Richtig oder Falsch, erklärt uns Frau Schwennicke, wichtig sei nur, dass man sich überhaupt damit auseinandersetze.

Sie selbst hat in ihrem Beruf die Erfahrung machen können, dass man dem Leben einen anderen Wert beimisst und man es viel bewusster wahrnimmt, wenn man dem Tod tagtäglich gegenübersteht. Auch sei das Thema Sterben gar nicht nur so düster, wie es in unserer Gesellschaft oft gemalt wird, Humor sei bei vielen Todkranken das Letzte, was verloren gehe.

Kinder hätten eine intuitivere Sicht auf den Tod. Man dürfe sie nicht auf Abstand halten, sondern sollte sie nach Möglichkeit immer mit einbeziehen, erklärt uns Frau Schwennicke. Kinder brauchen Beziehungen und die Gewißheit, dass ihr Alltag soweit wie möglich wie gewohnt weitergeht.

Je früher Kinder lernen und akzeptieren dürfen, dass der Tod zum Leben dazu gehört, desto besser könnten sie auch als Erwachsene damit umgehen. Zwang sei in diesem Zusammenhang allerdings wenig hilfreich, das Interesse sollte von alleine kommen.

Die Veranstaltung war für uns alle eine große Bereicherung und als Fazit haben wir mitgenommen, dass es nicht darum geht, loszulassen, sondern dass man den Verstorbenen weiterhin am eigenen Leben teilnehmen lässt - nur anders.

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