Manchmal beginnt Engagement nicht mit einer Entscheidung, sondern mit dem leisen, aber
hartnäckigen Gefühl, dass Dinge nicht einfach geschehen dürfen, ohne dass jemand Verantwortung übernimmt. Dass Stimmen gehört werden müssen … gerade die, die sonst im Hintergrund bleiben. Und dass Mitbestimmung kein Geschenk ist, sondern ein Recht.
hartnäckigen Gefühl, dass Dinge nicht einfach geschehen dürfen, ohne dass jemand Verantwortung übernimmt. Dass Stimmen gehört werden müssen … gerade die, die sonst im Hintergrund bleiben. Und dass Mitbestimmung kein Geschenk ist, sondern ein Recht.Mein Name ist Angelina, ich bin 18 Jahre alt und absolviere derzeit ein FSJ Pädagogik am Landesgymnasium Sankt Afra in Meißen. Heute darf ich mich als Teil des neuen Landessprechi-Teams vorstellen. Diese Aufgabe erfüllt mich mit großer Dankbarkeit und mit dem festen Willen, sie ernst zu nehmen!
Wenn man mich früher gefragt hat, was ich einmal werden möchte, war meine Antwort selten eindeutig. Anwältin oder Diplomatin an einem Tag, Polizistin am nächsten. Fragte man eine Woche später, standen plötzlich Fluglotsin, Psychologin, Wissenschaftlerin und Ärztin auf der Liste. Und ja, auch Träume jenseits der Realität hatten ihren Platz: Hexe, Fee oder Prinzessin. Wobei ich im Theater immer lieber die böse Königin spielte als Schneewittchen. Vielleicht, weil sie entschlossen war. Vielleicht, weil sie wusste, was sie wollte.
Doch bei all diesen Möglichkeiten gab es einen Wunsch, der blieb. Einen, der sich nie verflüchtigte, sondern mit mir wuchs. Einen, den meine Eltern immer wieder hörten: Ich möchte Lehrerin werden!
Als ich 2025 mein Abitur abschloss, standen mir plötzlich all die Türen offen, die vorher nur vage Konturen gewesen waren. Forschung oder Lehre? Theorie oder Praxis? Genau diese Fragen führten mich zu meinem FSJ. Es ist für mich ein Jahr des Lernens, des Ausprobierens und des bewussten Hinschauens, mitten im schulischen Alltag, mitten im echten Leben. In meiner Freizeit mache ich Musik, schreibe und lese gern, treibe Sport und engagiere mich für UNICEF. All diese Dinge haben eines gemeinsam: Sie geben mir die Möglichkeit, mich auszudrücken, Verantwortung zu übernehmen und über den eigenen Tellerrand hinauszublicken.
Schule war für mich nicht immer ein einfacher Ort. Es gab Zweifel, Herausforderungen und Momente des Strauchelns. Aber es gab auch Menschen, die an mich geglaubt haben, als ich es selbst nicht konnte. Menschen, die mich gesehen und unterstützt haben. Genau deshalb ist mein Engagement heute kein Zufall. Ich möchte etwas zurückgeben und dazu beitragen, dass andere dieselbe Unterstützung erfahren dürfen. Sprecherarbeit begleitet mich schon seit einigen Jahren. In der Schule habe ich Verantwortung in der Schülervertretung übernommen, jetzt als Gruppensprecherin und Landessprecherin ist es mir eine große Ehre, die Interessen der Freiwilligendienstleistenden zu vertreten. Ich verstehe diese Rolle nicht als Titel, sondern als Auftrag: zuzuhören, zu vermitteln, sichtbar zu machen. Ich habe immer ein offenes Ohr: für Sorgen ebenso wie für Ideen, für Kritik ebenso wie für Visionen.
Und falls bei mir noch Zweifel bestanden: In den ersten Monaten meines FSJ habe ich erkannt, dass Lehramt der richtige Weg für mich ist. Ich möchte mich für Bildungsgerechtigkeit einsetzen. Dafür, dass jedes Kind gern zur Schule geht. Dass Herkunft, soziale Lage oder Lebensumstände nicht über Zukunft entscheiden. Denn Bildung ist kein Privileg. Sie ist ein Menschenrecht. Und Mitbestimmung auch.
Zum Abschluss möchte ich mit einem Satz schließen, der mich begleitet und der mein Engagement gut zusammenfasst: „Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun.“ Lasst uns diese Zukunft gemeinsam gestalten. Für eine starke Stimme der Freiwilligendienstleistenden und für eine Gesellschaft, in der Mitbestimmung nicht verhandelbar ist!
Text und Foto: Angelina, St. Afra-Gymnasium (DKJS Sachsen)
„Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun.“
