Halli Hallo,

Ich bin Marie, 19 Jahre alt und ein ganz schön bunter Vogel! Oh, und eine der 11 neuen Landessprecher*innen bin ich auch! Gerne erzähle ich euch ein bisschen von mir!

Seit ich meine Hände ordentlich benutzen kann, erschaffe ich. Ob Häkeln, Nähen, Stricken, Tonarbeiten oder Journalen– ich habe für alle Hobbys eine Station in meinem Zimmer und einen Platz in meinem Herzen. Ob ich Zeit für all das habe? Definitiv nicht. Und trotzdem möchte ich meine Freizeit und wertvollen Schlafstunden (die ich dann nicht mit Schlafen verbringe) für nichts Anderes eintauschen. Ich glaube, wenn ich nicht mindestens drei kreative Projekte und 10 Ideen im Hinterkopf gleichzeitig bearbeite, würde ich voller Motivation und Fantasie platzen. Und das wäre wirklich schlecht – dann gäbe es ja nur noch 10 Landessprecher*innen in Sachsen.

Geboren bin ich in Görlitz, aber aus irgendeinem verrückten Grund haben sich meine Eltern dazu entschieden, aus „Görliwood“ wegzuziehen – in die wunderschöne Kleinstadt Bautzen. Wer aufmerksam die Nachrichten verfolgt, weiß, dass ich mit meinen bunten Haaren wahrscheinlich eher weniger ins Stadtbild passe. Und trotzdem bin ich hier geblieben (vorerst).

Politik war für mich schon immer ein aufbrausendes Thema. Seitdem ich denken kann, ist alles um mich herum politisch. Man kann auch nicht in so einem Städtchen wie Bautzen leben und dann nicht politisch sein. Egal ob auf Demonstrationen, Kundgebungen oder anderen liberal-geprägten Events: Ich war schon immer dabei – um mich zu informieren, zu lernen und mich zu engagieren. Später bin ich dann dem Jugendforum Bautzen beigetreten, um offiziell zu einer Gruppe zu gehören, die etwas verändern und Bautzen schöner machen will. Die Lage in Bautzen hat mich geprägt – Diskriminierung und Ausgrenzung haben in meinem Leben keinen Platz und ich werde Meinung beziehen, solange diese noch auf unserer Welt existieren.

Mein Abitur habe ich 2025 erfolgreich bestanden und musste damit leider meinen Posten als Chefredakteurin der Schülerzeitung abgeben. Danach stellte ich mir folgende Frage: Was will ich denn eigentlich mal werden? Die Welt ist doch so groß, ich könnte alles machen. Ich entschied mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr, um praktische Erfahrungen zu sammeln und mir so meiner Zukunft bewusst zu werden. Meine Einsatzstelle ist das Kulturbüro der Stadtverwaltung Bautzen – Organisation und Durchführung von Stadtevents und 1000 E-Mails am Tag haben mich bis jetzt begleitet. Ob hier jemals Langeweile aufkommt? Wer kann denn schon behaupten, ein Lagerfeuer aus Pappe und Papier gebastelt zu haben? Oder einen Pavillon als Art Zirkuszelt gestalten zu können? Oder bei einer Silent Disco auf dem Wenzelsmarkt mitgeholfen zu haben? Über der Bürotür bestaunt mich das Auge Saurons und an einer Wand bildet sich der Hausdrache ZMIJ, eine sorbische Sagenfigur, ab. Also nein, langweilig ist es hier definitiv nie.

Mein Träger ist das Netzwerk für Kinder- und Jugendarbeit e.V. mit Sitz in Bischofswerda. Als ich zur Gruppensprecherin meiner Seminargruppe gewählt wurde, dachte ich, es ist wie Klassensprecher sein. – Also ich war noch nie Klassensprecherin, aber so stellte ich mir die Arbeit vor. Informationen teilen, mich engagieren und den Zusammenhalt meiner Gruppe stärken – und das wollte ich nicht nur bei meinem Träger tun, sondern auch landesweit. Durch verrückte Zufälle, Toffifee-Vergaben und Freibier-Versprechen wurde ich zu einer der Landessprecher*innen in Sachsen gewählt.

In meiner neuen Rolle möchte ich Menschen eine Stimme geben, die selbst nicht die Möglichkeit haben, ihre zu nutzen. Ich will zuhören, Position beziehen und Veränderungen für den Freiwilligendienst bewirken. Außerdem gehören Organisieren, Strukturieren und Dinge ins Rollen bringen zu meinen Stärken. Durch mein ehemaliges Ehrenamt als Chefredakteurin der Schülerzeitung kenne ich mich mit Öffentlichkeitsarbeit gut aus und hoffe so, mehr Menschen mit unseren Anliegen zu erreichen und sie auch für einen Freiwilligendienst zu begeistern.

Als bunter Vogel werde ich weiter von politischen Aktionen oder dem Freiwilligendienst trällern und so hoch fliegen, wie es nur geht. Ich hoffe ihr seht mein buntes Gefieder und wisst, dass jemand für euch da ist und euch zuhört.

Text und Foto: Marie Honsa, Netzwerk für Kinder- und Jugendarbeit Bischofswerda e.V. (Stadtverwaltung Bautzen, Kulturbüro)

Ich möchte Menschen eine Stimme geben, die selbst nicht die Möglichkeit haben, ihre zu nutzen

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