Kleiner Disclaimer am Anfang. Ich mache ein FSJ Pädagogik und habe festgestellt, dass da einiges anders läuft, als beim „normalen“ FSJ oder einem Bundesfreiwilligendienst. Wir sind bei der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung angestellt, alles läuft sehr geführt und geordnet ab.
Es kann also passieren, dass bei dir, falls du auch ein FSJ machen solltest, einige Dinge anders ablaufen, die grundlegenden, positiven Sachen bleiben aber dieselben.

Hey, ich bin Klara, 18 Jahre alt, und mache zur Zeit ein FSJ Pädagogik an einer kleinen Dorfgrundschule bei mir in der Nähe.

Am letzten Schultag vor Weihnachten gibt es an meinem alten Gymnasium die Tradition, dass ehemalige Schülerinnen und Schüler auch mit dazu kommen können und gemeinsam ein Weihnachtsliedersingen veranstaltet wird. Ich habe mir also auch eine Freundin geschnappt und wir sind zusammen dahin gestiefelt.
Natürlich trifft man da auch seine alten Lehrer wieder und die üblichen Gesprächsthemen werden abgearbeitet. Wie geht’s euch, schön das ihr da seid, und irgendwann (relativ schnell) kommt dann auch die Frage nach der derzeitigen Beschäftigung. „Und, studiert ihr schon schön fleißig?“, kam ziemlich schnell. Wenn man da dann nein sagt, da werden die Augen schon erstmal größer. Was? Das Gymnasium bildet doch die Elite Deutschlands  (O-Ton) aus, wie kann man da etwas anderes machen … Wenn meine Freundin dann erzählt hat, sie macht jetzt eine Ausbildung zur Konditorin, ist das dann aber doch recht schnell wieder auf Zustimmung und Anerkennung gestoßen. Das ist ja was ordentliches, praktisches, also ist das auch gut.

Aber wenn ich dann erzählt habe, ich mache jetzt ein FSJ an einer Grundschule, da wird erstmal gefragt und vielleicht auch etwas komisch geguckt. „Was? Ein FSJ, warum machstn` du das und warum studierst du nicht gleich?“, sind dann Fragen, die einem ziemlich oft gestellt werden. Man muss die Leute aber auch in Schutz nehmen, schließlich kennen viele die Inhalte und Vorteile eines FSJs gar nicht. Und um ab jetzt immer gute Argumente in der Tasche zu haben, folgen jetzt 7 gute Gründe, ein FSJ zu machen.

1. DIE PAUSE VOM LERNEN
Schon mal daran gedacht, dass viele einfach keine Lust haben, direkt nach dem Schulabschluss wieder die Schulbank zu drücken? Wir und unser Kopf brauchen halt auch mal eine Pause vom Lernen. Und wären Tausend andere Lisas nach Australien und Neuseeland gehen und dort „the time of their life“ haben, tun wir was für unseren ökologischen Fußabdruck und bleiben hier. Was spricht denn dagegen, dass wir auch in Deutschland die Zeit unseres Lebens haben können?

2. GANZ PRAKTISCH: DIE UNIZULASSUNG
Ich bin ganz ehrlich, ich habe das FSJ anfangs als Chance betrachtet, bevorzugt einen Platz an der Uni zu bekommen. Denn mit einem abgeschlossenen FSJ Pädagogik könnt ihr euren Abischnitt um 0,3 oder 0,5 Grad verbessern. Außerdem rutscht ihr durch das freiwillige Jahr in einen anderen Topf bei der Platzvergabe und habt somit noch bessere Chancen, an der Uni eures Vertrauens angenommen zu werden.

3. CHARMA, BABY, CHARMA
Ich glaube, ich muss gar nicht viel dazu sagen. Durch ein FSJ sammelt ihr verdammt viele Charmapunkte. Ihr könnt den ganzen Tag Menschen helfen und etwas Gutes tun, und das ein ganzes Jahr lang.

4. DAS TASCHENGELD
Obwohl das Ganze als freiwilliges Jahr läuft, bekommt ihr trotzdem ein kleines Taschengeld (aktuell 300 € pro Monat). Ich persönlich habe damit gar nicht gerechnet und war dann umso mehr überrascht. Sicherlich sollte das Geld jetzt nicht DER Grund für ein FSJ sein, aber etwas Überzeugungskraft hat es zugegeben schon 🙂

5. EINFACH MAL AUSPROBIEREN
Ein FSJ gibt euch die Möglichkeit, einfach mal verschiedene Dinge ausprobieren.
Ich zum Beispiel wusste zwar schon ziemlich lange, dass ich mal Grundschullehrerin werden möchte, ob der Beruf mir tatsächlich aber liegt und Spaß macht, dass wusste ich nicht. Und da helfen auch nicht wirklich 2 Wochen Praktikum in der 10. Klasse weiter. Das ist wirklich ein weiterer, wahnsinniger Vorteil eines freiwilligen Jahres. Ihr könnt ein ganzes Jahr in einen Beruf reinschnuppern und müsst nicht erst nach Studium oder Ausbildung feststellen, dass das Ganze doch nicht so das ist, was ihr euch vorgestellt habt. Praktisch, oder?

6. NETTE MENSCHEN
Während des FSJs lernt ihr unglaublich viele Menschen kennen, und ich würde behaupten, dass der Großteil von ihnen ziemlich cool ist.
Ihr erlebt zusammen Seminarwochen in verschiedenen Jugendherbergen und lernt so echte Freunde kennen. Der Vorteil ist da natürlich, dass ihr Zeit mit Leuten verbringt, die alle ziemlich ähnliche Vorstellungen von ihrer Zukunft haben, die Gesprächsthemen werden euch also kaum ausgehen.

7. ERFAHRUNGEN SAMMELN
Das freiwillige Jahr gibt euch die Gelegenheit, euch einfach mal auszuprobieren. Was kann ich gut? Wo sind meine Stärken, aber vielleicht auch meine Schwächen?
Ihr könnt ausprobieren, wie es ist, vor einem wütenden Kind zu stehen und schaffe ich es auch, eines zu trösten? Kurz: ihr könnt euch testen und wichtige Erfahrungen sammeln.

Letztendlich könnt ihr durch ein freiwilliges Jahr nur gewinnen. Und das in jeglicher Hinsicht.
Falls ihr also noch zögern solltet, hoffe ich, dass dieser Text dabei geholfen hat, ja zu sagen. Ja, zu einem wahnsinnig aufregenden, spannenden Jahr mit lauter tollen Menschen.

Klara (FSJ Pädagogik, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung Sachsen)

 

Sieben gute Gründe für ein FSJ

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