Time for changeIhr seid voller Motivation in euren Freiwilligendienst gestartet, habt aber feststellen müssen, dass die Einsatzstelle nicht zu euch passt? Ihr habt bemerkt, dass euch euer Aufgabenbereich überfordert oder dass ihr und eure Arbeitskollegen einfach nicht miteinander auskommt? Ihr seid so unzufrieden und wollt euren Freiwilligendienst deswegen nicht in dieser Einsatzstelle weiterführen?

Zuallererst: Wenn es euch in eurer Arbeitsstelle nicht gut geht, habt ihr auch das volle Recht, eure Probleme anzusprechen. Nur weil ihr als freiwillige Kraft zählt, heißt das nicht, dass ihr weniger ernst genommen werden dürft oder man schlechter mit euch umgehen darf. Verschweigt eure Anliegen deswegen nicht! Die Erfahrung des Freiwilligendienstes soll euch in eurem Leben weiterbringen und ist nicht dafür da, dass ihr jeden Tag gefrustet auf Arbeit geht und nur leidet. Dadurch kommt es auch immer wieder vor, dass FSJ/BFDler ihre Einsatzstellen wechseln. Die Gründe dafür sind aber teils sehr unterschiedlich. Deswegen ist es erst einmal auch wichtig, dass ihr euch in Ruhe Gedanken macht: Werdet euch darüber klar, wo die Gründe eurer Unzufriedenheit liegen und wie schwerwiegend diese sind. Überlegt euch, ab wann eure Grenzen überschritten sind oder wo vielleicht noch Potenzial liegt. Da man mindestens ein halbes Jahr in seiner Einsatzstelle beschäftigt ist, gehört es natürlich dazu, dass schwierige Situationen auf euch zukommen oder man mit Stress und Problemen konfrontiert wird, was jedoch kein Grund sein sollte, sofort das Handtuch zu werfen.

Doch nun sitzt ihr hier und seid euch sicher, dass eure Einsatzstelle nicht die richtige für euch ist und eine Veränderung nötig ist? Nun ist es wichtig, sich Schritte zu überlegen, wie man am klügsten vorgeht. Deshalb haben wir euch hier eine kleine Anleitung zusammengestellt, die euch hoffentlich weiterhelfen kann.

Schritt 1 – Vorüberlegungen

Bevor ihr das Gespräch sucht, ist es wichtig, euch in Ruhe überlegt zu haben, was ihr sagen wollt. Was sind die Punkte, die euch betreffen und vor allem, seid ihr euch wirklich sicher? Warum möchte ich diese Arbeitsstelle aufgeben? Ein gewünschter Wechsel muss nicht immer zwangsläufig die schlimmsten Gründe haben. Denkt also erst darüber nach, was ihr wem in welcher Art sagen möchtet, damit euer Standpunkt auch klar wird und es nicht zu Missverständnissen oder unnötigem Streit kommt.

Schritt 2 – Das Gespräch mit dem Träger und anderen Beteiligten

Auch wenn es vielleicht nicht leicht ist, ist es sehr wichtig, das Gespräch zu suchen. Versetzt euch auch in die Perspektive eures Arbeitgebers: Vielleicht sind diese auch noch unsicher im Umgang mit FSJ/BFDlern oder wussten manchmal gar nicht, dass euch Aufgaben aufgetragen wurden, die euch überfordern. Geht nicht gleich davon aus, dass ein böser Wille dahintersteht. Die meisten Einsatzstellen begrüßen das offene Gespräch. Eventuell kann so ja schon einiges geklärt werden, weshalb es gar nicht zu einem Wechsel kommen muss? Den Mut zu finden, solch ein Gespräch zu verlangen, ist natürlich nicht einfach. Falls ihr das nicht alleine mache wollt, ist das gar kein Problem. Wendet euch an euren Träger! Dort werdet ihr

Hilfe finden, die euch beim Gespräch unterstützt oder ihr erfahrt, an welche Personen ihr euch wenden könnt, die euch direkt beistehen.

Schritt 3 – Die Kündigung

Egal ob ihr euch dafür entschieden habt, den Freiwilligendienst komplett zu beenden oder ihn woanders weiterzuführen, um die Kündigung kommt ihr nicht herum. Werft zuerst einen Blick in euren Vertrag – dort findet ihr Infos darüber, wie lang die Kündigungsfrist ist oder ab wann diese gilt. In vielen Fällen liegt diese bei vier Wochen und kann oft bis zum 15. und 31. jeden Monats ausgestellt werden. Es ist übrigens möglich, dass ihr noch einmal Urlaub in dieser Frist beantragen könnt, worauf ihr euren Arbeitsgeber allerdings aufmerksam machen solltet, da sich dadurch euer letzter Arbeitstag verschieben kann.

Schritt 4 – Was kommt danach?

Nach der Kündigungsfrist seid ihr nun erstmal raus aus eurer Einsatzstelle. Jetzt könnt ihr nach einer Bewerbung bei einer anderen Einsatzstelle weitermachen oder einen ganz anderen Weg einschlagen. Wenn es euer Wunsch war zu wechseln, könnt ihr das schon bei einem Gespräch mit eurem Träger erwähnen, da diese euch Auskunft über freie Einsatzstellen geben können, bei denen ihr euch bewerben könnt. Natürlich kann man nun auch in anderen Einsatzgebieten recherchieren, damit die neue Stelle auch eher zu euren Vorstellungen passt. Eine weitere Möglichkeit ist es, euch auch bei anderen Trägern umzuhören oder einfach in Einrichtungen, die euch interessieren, gezielt nach einem FSJ/BFD zu fragen. Bedenkt jedoch, dass ein FSJ erst mit 6 Monaten anerkannt wird und überlegt deshalb, ob ihr diese Zeit noch habt.

Wir hoffen, die Schritte konnten euch weiterhelfen. Lasst euch nicht den Mut nehmen und sucht euch Hilfe. Bei Fragen stehen auch wir zu eurer Verfügung.

Wie wechselt man seine FSJ/BFD-Einsatzstelle?
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4 thoughts on “Wie wechselt man seine FSJ/BFD-Einsatzstelle?

  • 3. August 2017 bei 18:31
    Permalink

    Guten Tag Frau Melanie Börner,
    Ich habe schon 9 Monate an meiner Arbeitstelle schon BFD gemacht. Auf verschiedene Grunde war ich unzufrieden (habe viel mal mit Arbeitsgeber daeüber gesprochen). Nun habe ich den Vorschlag von anderer Arbeitstelle gekriegt. Sie wollen, dass ich letzte paar Monate bei ihnen arbeite und dann machen wir noch 6 Monate Verlängerung.
    Ist es möglich?
    Und was soll ich dafür machen? Und was sollen meine neue Arbeitsgebern dafür machen?

    Ehrlich gesagt, ich will so bald Arbeitsstelle wechseln, wie es möglich ist!

    Ich freue mich auf Ihre Antwort.

    Antwort
    • 4. August 2017 bei 22:29
      Permalink

      Hallo Margarita!

      Zu aller erst tut es mir sehr leid, dass du dich in dieser Situation befindest, jedoch ist es schön, dass du bereits eine andere Möglichkeit zu haben scheinst. Es ist möglich, die derzeitige Einsatzstelle beinahe sofort zu verlassen. Das würde über einen Auflösungsvertrag geschehen. Frage am besten einmal bei deinem Träger nach, ob man diesen Auflösungsvertrag in deinem Fall machen kann oder nicht. Der Auflösungsvertrag fordert einen gewichtigen Grund, weshalb du deinen Dienst in der jeweiligen Einsatzstelle beenden musst.
      Falls das nicht funktionieren sollte, kannst du es immer noch mit einte normalen Kündigung versuchen, die du bis zum 1. oder 15. in deiner Einsatzstelle abgeben musst.

      Deine neuen Arbeitgeber können dir in dieser Situation leider wenig weiterhelfen. Dafür aber umso mehr dein Träger. Deshalb wende dich an ihn und bespreche das weitere Vorgehen.

      Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.

      Antwort
      • 20. August 2017 bei 20:04
        Permalink

        Vielen Dank für Ihre Antwort! Sie haben mir sehr gut geholfen.
        Da ich noch halbes Jahr BFD an der neue Stelle machen will, haben wir mit meinen neuen Arbeitsgebern uns entschieden, dass ich noch 2 Monate (also, bis zum Ende des Vertrags) an der vorige Stelle bleibe.
        Ich danke Ihnen, dass Sie mir geholfen haben, diese Entscheidungen zu treffen.
        Mit freundlichen Grüßen
        Margarita

        Antwort
  • 8. September 2017 bei 7:29
    Permalink

    Hallo Frau Börner,

    ich habe gerade erst mit meinem FSJ angefangen aber ich mache mir jetzt schon Gedanken darüber, ob die Stelle die richtige für mich ist. Jeder Tag ist gleich ich habe keine Abwechslung und mit den Kollegen werde ich auch nicht warm.

    Wenn ich meine Stelle wechsel beginnt das FSJ quasi von neu? Also wenn ich 4 Monate in einer Einrichtung bin und dann wechsle und meinFSJ in der anderen Stelle beende, habe ich dann nur 8 Monate ein FSJ gemacht?

    Ich bedanke mich schon im Voraus für Ihre Antwort und Ihren Rat.
    LG

    Antwort

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